Pilotstudie QEEG / Bioparameter Messung & Meditation

Klaus Kerndl am 09.08.2019

brainboost

Aufbau

Es wurde eine 19-Kanal EEG-Messung mit anschließender quantitativer Auswertung sowie ein
Monitoring von Herzfrequenz, Atmung, Hautleitwiderstand und Fingertemperatur während
verschiedener Meditationsübungen durchgeführt.


Die Folgenden Meditationsübungen wurden durchgeführt:

  • Kriya Asana (Vorbereitung) [MZ 1]

  • Pranayama (Atembeobachtung) [MZ 2]

  • Gedanken Beobachtung [MZ 3]

  • Licht Fokussierung [MZ 4]

  • Mantra Rezitation [MZ 5]

Auswertung

Die quantitative Auswertung ermittelt Durchschnittswerte für mehrere Minuten EEG-Aufnahme und gleicht diese mit Datenbanken ab. Es wurde daher eine Aufnahme für jede einzelne Meditationsübung gemacht. Ein besonderer Fokus soll auf die Entwicklung der Gamma Aktivität gelegt werden.

Aufgezeichnete EEG Aktivitäten

EEG Aktivitäten im zeitlichen Verlauf, die Farben stehen für die MZs.

Analysen der EEG Aktivität.

 

Theta Power frontal | Fluktuierende Anstiege, steigert sich jeweils im Verlauf der einzelnen Übungen.


Gamma Amplitude frontal | Am höchsten während MZ 1, danach recht konstanter Verlauf mit einzelnen Spitzen.


Theta / Beta Verhältnis frontal | Fluktuierende Werte, steigert sich jeweils im Verlauf der einzelnen Übungen.


Theta Power parietal | Fluktuierende Anstiege, steigert sich jeweils im Verlauf der einzelnen Übungen.


Theta / Beta Verhältnis parietal | Fluktuierende Werte, steigert sich jeweils im Verlauf der einzelnen Übungen.


Theta Kohärenz | Fluktuierende Werte, stärkste Ausprägung zu MZ 4.


Gamma / Theta Verhältnis | Fluktuierende Werte, höchste Ausprägung jeweils am Anfang der einzelnen Übungen. Insgesamt am stärksten ausgeprägt bei MZ 1 und MZ 2.

Quantitative EEG Analysen

MZ 1 | Absolute Amplituden generalisiert leicht erhöht im Delta-und High-Beta-Frequenzband sowie verringert im Alpha-Frequenzband. Relative Amplituden mit ähnlichem Bild, zusätzlich verringerte relative Theta-Amplitude.


MZ 2 | Absolute Amplituden generalisiert leicht erhöht im Delta-und High-Beta-Frequenzband (hier deutlicher zentriert als zu MZ 1) sowie verringert im Alpha-Frequenzband. Relative Amplituden mit ähnlichem Bild, ausgeglichene relative Theta-Amplitude.


MZ 3 | Absolute Amplituden generalisiert leicht erhöht im Delta-und High-Beta-Frequenzband (hier deutlicher zentriert als zu MZ 1) sowie verringert im Alpha-Frequenzband. Relative Amplituden mit ähnlichem Bild, ausgeglichene relative Theta-Amplitude.


MZ 4 | Absolute Amplituden generalisiert leicht erhöht im Delta-und High-Beta-Frequenzband (hier deutlicher zentriert als zu MZ 1) sowie verringert im Alpha-Frequenzband. Relative Amplituden mit ähnlichem Bild, ausgeglichene relative Theta-Amplitude.


MZ 5 | Absolute Amplituden generalisiert deutlich erhöht im Delta-und High-Beta-Frequenzband (hier deutlicher zentriert als zu MZ 1) sowie verringert im Alpha-Frequenzband. Relative Amplituden mit ähnlichem Bild, zusätzlich verringerte relative Theta-Amplitude.


MZ 6 | Absolute Amplituden generalisiert leicht erhöht im Delta-und High-Beta-Frequenzband (hier deutlicher zentriert als zu MZ 1) sowie verringert im Alpha-Frequenzband. Relative Amplituden mit ähnlichem Bild, ausgeglichene relative Theta-Amplitude. Am ähnlichsten zu MZ 3.

Bio-Parameter

Bio-Parameter

Zusammenfassung & Interpretation

Messaufbau mit EEG Kappe sowie BVP-, SC-, Atem- und Temperatursensor.

Es zeigt sich insbesondere bei MZ 1 und MZ 2 eine erhöhte Gamma Aktivität und damit die höchste Gamma / Theta Ratio. Dies wäre passend für die fokussierten Übungen von Kriya und Pranayama. In den Bio-Parametern zeigt sich bei MZ 1 die stärkste Aktivierungsreaktion.


Bei MZ 3, MZ 4 und MZ 5 zeigen sich höhere Amplituden im Theta-Frequenzband, und daher eine niedrigere Gamma / Theta Ratio. Die höheren Anteile der Theta Aktivität treten normalerweise beim Übergang in tiefe Entspannung, aber auch bei Tagträumen oder inneren Bildern auf. Unbewusste und spontane Gedanken und Gefühle werden leichter zugelassen. Wenn die Theta Aktivität weiter zunimmt, kann es zu Müdigkeit und dem Gefühl von Einschlafen kommen, wobei das Zeitempfinden häufig aufgelöst wird.


Die Theta-Kohärenz zwischen Frontal- und Parietallappen lag bei MZ 2-5 deutlich über der von MZ 1.
Das bedeutet, dass zwischen den beiden Gehirnbereichen eine sehr ähnliche und synchrone Theta-Aktivität vorliegt. Die kann ein Hinweis auf eine bessere Verknüpfung dieser Gehirnbereiche sein, allerdings ist dies in der Forschung noch nicht eindeutig. Einige Neurofeedback Protokolle zielen auf eine Steigerung der Kohärenz von unterschiedlichen Aktivitäten in verschiedenen Gehirnbereichen ab, um aus der MRT Forschung bekannte Netzwerke im Gehirn zu beeinflussen.


Delta Aktivität bei MZ 5 deutlich erhöht. Diese Aktivität zeigt normalerweise an, dass viele Gehirnzellen ihre Signale nur noch sehr langsam / selten (1-4 mal pro Sekunde) übertragen. Typischerweise werden Tiefschlaf-Phasen von Delta Aktivität dominiert. Der Proband gab allerdings nicht an, dass er eingeschlafen wäre, es weist auch kein anderer Parameter darauf hin. Eine weitere Interpretation dieser Beobachtung ist also zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.

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